Sechster hessischer Geleitzug "Taunus" gestartet

Geleitzug zur Haushaltsumstellung gestartet - Bürgermeister Klaus Hoffmann lud zu Auftaktveranstaltung nach Neu-Anspach ein.

Seit mehreren Jahren wird deutschlandweit an einer Reform des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens gearbeitet, um Haushalte besser steuern zu können und erkannte Schwachstellen der sogenannten "Verwaltungskameralistik" zu beheben. Diese bildet nur Geldgrößen, nicht aber Substanzverbrauch oder Vorsorgelasten ab. Das neue kommunale Haushaltsrecht schreibt allen hessischen Kommunen vor, dass sie ihr Haushaltswesen bis zum 01.01.2009 auf die neuen Anforderungen ausrichten müssen. Neben der sogenannten "Generationengerechtigkeit" (Folgelasten, die im derzeitigen Haushaltswesen regelmäßig nicht abgebildet werden, sollten nicht einfach von unseren Kindern und Enkeln bezahlt werden müssen) spielt auch die bessere Verständlichkeit des neuen Haushaltswesens eine wichtige Rolle. Der bisherige kamerale Haushalt gilt als "Buch mit sieben Siegeln", das nur Eingeweihten verständlich ist. Durch den Ausweis von Erträgen und Aufwendungen für Verwaltungsleistungen (Produkte) in einem kaufmännisch gebuchten Haushalt soll die Kommune nicht nur besser steuern können - der Haushalt wird auch für den/die Bürger/-innen lesbarer.

Die Gemeinden Neu-Anspach, Glashütten, Grävenwiesbach, Schmitten und die Städte Kronberg, Königstein, Butzbach, Usingen sowie der Abwasserverband Oberes Weiltal und das Rechnungsprüfungsamt des Hochtaunuskreises haben beschlossen, die Umsetzung aktiv und gemeinsam im Rahmen eines Verbundprojektes anzugehen. Fachlich unterstützt werden die Projektteilnehmer dabei durch die arf Gesellschaft für Organisationsentwicklung mbH, Nürnberg/Wiesbaden und der ekom21 GmbH, Gießen. Durch ausgereifte Standards und die Zusammenarbeit im kommunalen Verbund wird der Umstellungsaufwand deutlich reduziert. Auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen kommt dabei in den nächsten Jahren einiges an Mehrarbeit zu: Neben der Umstellung auf die kaufmännische Buchführung in Kasse und Kämmerei muss zunächst das Vermögen der Gemeinde erfasst und bewertet werden.

Das gemeinsame Projekt "Geleitzug Taunus" hat zum Ziel, die Umstellung des bisherigen kameralen Rechnungswesens auf das Neue Kommunale Rechnungs- uns Steuerungssystem (NKRS), bekannt auch als "kaufmännisches Rechnungswesen" oder "Doppik". Der Projektplan sieht vor, nach vorbereitenden Arbeiten in den Jahren 2007 und 2008 (z.B. Vermögenserfassung und -bewertung, Bildung von Produkten, etc.), eine Eröffnungsbilanz zum Stichtag 01.01.2009 zu erstellen und ab dem Haushaltsjahr 2009 einen produktorientierten Haushalt auf Grundlage der kaufmännischen Buchführung zu führen. Mehr Transparenz in Haushalt und Kostenstrukturen soll Politik und Verwaltung dabei unterstützen, die Effizienz im Umgang mit dem Geld der Bürger weiter zu optimieren.

Ihr Ansprechpartner:

Christian Dülk
arf GmbH
Schiffgraben 25
30159 Hannover
Tel. (0511) 35 37 47 07
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Zuletzt aktualisiert am 28.10.2008