Start des dritten hessischen Verbundprojektes

Ab dem 1. Januar 2008 soll für alle Verwaltungen hessischer Städte und Gemeinden das Verfahren der doppelten Buchführung (Doppik) verbindlich sein. Die Kurstadt und sieben andere hessische Kommunen haben sich daher zum Pilotprojekt "Geleitzug III" zusammengeschlossen. Über den Zeitraum von drei Jahren werden insgesamt 24 Mitarbeiter der acht Kommunen geschult. Diese Beschäftigten sollen wiederum in ihren Verwaltungen als Multiplikatoren tätig werden. Am Mittwoch wurde die erste Schulung im Rathaus organisiert. Politische Vertreter aus Bensheim, Eppstein, Flörsheim, Hochheim, Rodgau und Taunusstein kamen zu einem Treffen mit Erstem Stadtrat Konrad Dörner zusammen. Dabei wurden Verträge mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) sowie den Berater- und Betreuerfirmen unterzeichnet. Als Stichtag für die Einführung der Doppik peilen die teilnehmenden Kommunen den 1. Januar 2007 an.

Als einen der Vorteile des Zusammenschlusses nannte der Rathauschef die Kostenersparnis. Jede Kommune entsendet drei Mitarbeiter zu den Schulungen. Diese Seminare sollen zweimal pro Monat veranstaltet werden, dabei wechseln sich die acht Verwaltungen als Schulungsstandort ab. Auch Workshops in Sachen Qualitätssicherung sind vorgesehen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Nachbarstädte gemeinsam in einem Boot sitzen und so Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfestellung möglich werden.

Innerhalb der acht Verwaltungen sind insgesamt 2150 Mitarbeiter betroffen und 230 000 Bürger profitieren von der Neuerung. Nach den Worten von Jörg Bruch, Geschäftsführer der beauftragten Unternehmensberatung doppik.com – eine Marke der arf GmbH –, ist das Verfahren der doppelten Buchführung nicht kostengünstiger als das der Kameralistik: "Der Blick wird jedoch auf das Wesentliche gelenkt." Oliver Roeder, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses in Bensheim, plädierte dafür, auch Politiker in Sachen Doppik zu schulen: "Die Stadtverordneten tragen große Verantwortung und gehen mit viel Geld um. Daher ist es wichtig, dass sie die Kennzahlen bewerten können."

Wetterauer Zeitung vom 16.07.2004

 
   
Zuletzt aktualisiert am 31.10.2007