Forum Atzelsberg - Veranstaltung "Schule im Wandel" am 03.02.2011

Schulentwicklung zwischen Anspruch und Realität

Die arf GmbH unterstützt seit einigen Jahren das Forum Atzelsberg mit der Zielsetzung, den nachhaltigen Dialog von Entscheidungsträgern in der Region Erlangen-Nürnberg, aber auch darüber hinaus in bundesweiten Gesprächskreisen, zum Beispiel zur Haushalts- und Finanzpolitik, zu fördern. Im Rahmen dieses pro bono Engagements konnten die Initiatoren von Forum Atzelsberg, der Geschäftsführende Gesellschafter der arf GmbH Helge C. Brixner und MdB Stefan Müller, am 3. Februar 2011 den Bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle zu einem Gedankenaustausch über "Die Schule im Wandel" begrüßen. Neben den Mitgliedern des Diskussionsforums aus der regionalen Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft waren zahlreiche Schulleiter aus der Region, der Präsident der Universität Erlangen-Nürnberg Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske und der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit Raimund Becker zu Gast.

Kultusminister Spaenle erläuterte in Vortrag und Diskussion sein Verständnis von einem modernen Bildungskanon, der auf Grundlage des christlichen Menschenbildes vor allem die Personalität des Einzelnen mit seinen individuellen Begabungen fördern sollte. Er lehne daher auch alle Formen der Einheitsschule ab, weil individuelle Förderung ein begabungs- und neigungsgerechtes differenziertes Schulsystem voraussetze. Den Übergängen von Kindergarten zu Grundschule, Grundschule zu den weiterführenden Schulen und zwischen den weiterführenden Schulformen komme dabei überragende Bedeutung zu. Bayern sei hier mit der flexiblen Grundschule und der neuen Mittelschule auf einem guten Weg. In der Zukunft müssten vor allem die Selbständigkeit der Schulen, die aktive Elternarbeit und die kommunale Verankerung gestärkt werden. Sein Ziel sei es, gerade in Zeiten des demografischen Wandels die Schulen und Kindergärten im Dorf zu lassen.

Aus dem Arbeitsspektrum der arf GmbH wurde vor allem das geplante bayerische Schulinnovationsgesetz diskutiert. Damit sollen den Schulen mehr Selbständigkeit und den Kommunen mehr Mitspracherechte eingeräumt werden. Nach den Worten des Ministers werde das konservative Bayern an die Spitze der modernen Schulorganisation treten. Minister Spaenle betonte dabei, dass die aktive Einbindung von Eltern und Kommunen, gerade mit Blick auf das sogenannte bildungsferne Umfeld, sowie die Weiterentwicklung der Schulorganisation bis hin zur Dezentralisierung der Personalführung an die und in den Schulen in diesem Zusammenhang entscheidende Zukunftsfragen seien. Dabei komme auch der Weiterentwicklung der Qualitätsmessung und -sicherung sowie der Steuerungsinstrumente der Schulverwaltung überragende Bedeutung zu. Die eigenständige Profilbildung der Schulen dürfe im Interesse der Chancengerechtigkeit und einheitlicher Lebensbedingungen im ganzen Freistaat nicht dazu führen, dass so etwas wie Elite- und Restschulen entstünden. Kreative Anarchie im Wettbewerb setze daher nach seiner Auffassung im Hintergrund einen starken Anarchen voraus.

Auf Grundlage der Erfahrungen der arf GmbH zum Beispiel mit der Schulbehörde in Hamburg und der Bundesagentur für Arbeit wurde in diesem Kontext über die Rolle moderner Kennzahlen- und Controllingsysteme sowie die Weiterentwicklung der Budgetverantwortung von Schulen diskutiert. Fragen der Schulorganisation, der kommunalen Schulträgerschaft, der Führungskräfteentwicklung für die Schulen sowie der Organisations- und Personalentwicklung in den Schulverwaltungen rundeten das Bild ab. Der Minister skizzierte für das geplante Schulinnovationsgesetz sein magisches Viereck der Schulentwicklung aus Eigenverantwortung von Schulen und Kommunen, Steuerung und Kontrolle durch die Schulverwaltung, Qualitätssicherung und Schulberatung sowie aktive Elternarbeit und Einbindung von Kommunalverwaltung und Wirtschaft.

Weiterführende Informationen:

www.forum-atzelsberg.de

 

Zurück